
Für das International Games Magazine IGM habe ich Kai Müller von der Mainzer Ambulanz für Spielsucht interviewt. In dem Zusammenhang sei noch die Tagung “Internet und Computerspiele - Wann beginnt die Sucht?” der Drogenbeauftragten der Bundesregierung erwähnt. Sie findet am 3. Juli 2009 in Berlin statt (Programm als pdf).
Der Diplom-Psychologe Kai Müller berichtet IGM über die Arbeit der Ambulanz für Spielsucht. Diese Einrichtung an der Uniklinik Mainz war die erste ihrer Art. Seit ihrer Eröffnung hat sie 150 Menschen wegen Abhängigkeit von Online-Rollenspielen beraten und einige Dutzend erfolgreich behandelt.
IGM: Ist Computerspielsucht eine besondere Sucht?
Kai Müller: Ja, Computerspielsucht ist schon eine besondere Form der Abhängigkeit. Sie ist ein eigenständiges Störungsbild. Man kann sie vergleichen mit anderen klassischen Abhängigkeitserkrankungen wie Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit usw. Computerspielsucht nimmt aber eine Sonderstellung ein, da sie eine „stoffungebundene Abhängigkeit“ ist. Das heißt, es wird dem Körper keine psychotrope, keine bewusstseinsverändernde Substanz verabreicht. Stattdessen entwickelt sich die Abhängigkeit über ein exzessives Spielverhalten.





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