Im Rotterdamer Hafen übt die Feuerwehr ihre Einsätze auch am Computer. Die entsprechende Software erscheint in abgewandelter Form demnächst als Feuerwehr Simulator auf dem deutschen Markt. Über die immer größer werdende Nische der Serious Games, die die Grenze zwischen Ausbildung und Unterhaltung verwischen.
Kurz vor Mittag setzt der Airbus 340 aus Singapur auf dem Münchener Flughafen auf. Die Heckflosse ziert das Logo der „German Airline“. Ein Fluglotse weist dem Piloten eine Parkposition zu. All das findet auf dem Rechner und mit dem Microsoft-Flugsimulator statt – die „German Airline“ ist eine virtuelle Fluggesellschaft; dutzende gibt es davon weltweit. Per Internet verbunden, in internationalen Verbänden organisiert, wird von tausenden Computerspielern weltweit ein Flugverkehr organisiert – inklusive Dienstplänen und Lotsen, die vor dem heimischen Rechner in einem virtuellen Tower sitzen. Hier wird das Spielen im wahrsten Sinne des Wortes ernst genommen und zurecht kann man Flugsimulatoren als die ältesten Serious Games bezeichnen. Was für die einen zur Ausbildung für die zivile oder militärische Luftfahrt gehört, ist für andere ein Hobby.
Die Ankündigungen von weiteren Bewegungssteuerungen für Spielkonsolen lassen auch für Serious Games/game-based-learning einiges erwarten. Penny de Byl von der Universität Breda hat einen kurzen Film über aktuelle Gaming-Technologien zusammengestellt (die cheesy-Musikhintermalung ließe sich kontrovers diskutieren). Neben dem Microsoft-Natal Projekt (siehe Artikel Das Ende des Joysticks von mir auf freitag.de) werden in dreieinhalb Minuten u.a. Augmented Reality-Anwendungen und Location based Services gezeigt.
Die Bezeichung Serious Games (SG), ernste Spiele, klingt nach einem Widerspruch. Spiele sollen primär Spaß machen, jenseits davon gelten sie als “zweckfrei”; “ernsten Spaß” gibt es nicht. Der Zusatz “serious” kann also nur meinen, dass Spiele dieser Art eine Agenda jenseits von Unterhaltungszwecken haben. Wie wird diese Agenda verfolgt und umgesetzt?
Für den Kurs “eVideo 2.0” an der Hochschule Technische Wissenschaften (HTW) in Berlin habe ich eine Einführung in SG gegeben. Hier findet sich ein ausführlicher Wikieintrag zum Thema – mit Definition, Links zu Beispielen usw. – den ich für die Kursmaterialien erstellt habe. Im Video (s.o.) werden in drei Minuten sechs Beispiele von SG gezeigt; am spannensten ist wohl das letzte Beispiel, ein (Serious) Alternate Reality Game namens World without Oil. (Mehr zu ARG im eVideo 2.0-Kurswiki hier). Unten finden sich noch einige Folien, die einen Kurzüberblick zu SG geben.
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