Play08-Bericht: Medienpädagogische Nische (update)

Ringsherum herrscht Baulärm, Potsdam krempelt einen Teil seiner Altstadt um. Diese Klangkulisse passt zur  „Play08“, einer Veranstaltung, die sich der „kreativen Nutzung“ von Computerspielen widmet. Vier Tage lang im September kommen rund 200 Schüler und gut zwei Dutzend Pädagogen in die brandenburgische Hauptstadt, um digitale Spiele von einer anderen Seite kennenzulernen.

Lange, schwere schwarze Vorhänge, wie man sie im Theater findet, unterteilen den hallenartigen Raum des „Schaufensters“ der Fachhochschule Potsdam in einzelne Arbeitsbereiche. Zahlreiche Laptops stehen auf Tischen verteilt, Beamer summen vor sich hin; Juchzen und Johlen dringt von der Wii-Konsole hinüber, an der sich ein paar 6.-Klässler mit Tennis und Markio-Kart vergnügen.

„Lass mich noch einmal die Killerfrau spielen“, ruft ein Junge und drängelt sich vor einen Bildschirm. Hier geht gerade ein Workshop mit einer Schulklasse zu Ende, die mit dem Programm „Mission Maker“ im Laufe des Tages Grundzüge des Gamedesigns erlernten. Die Schöpferin der „Killerfrau“, eine 9.-Klässlerin von einem Berliner Gymnasium erklärt stolz ihr Spiel, in der eine Frau aus einem gefängnisähnlichen Bau entkommen muss. Auf die Frage, ob sie vorstellen könne, so etwas auch im Schulunterricht zu machen meint sie: „Man lernt dabei doch nichts“.

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