World of Warcraft in der Schule

World of Warcraft (WoW) spielen derzeit etwa 11,5 Millionen Spieler und ist in der westlichen Welt das erfolgreichste Multiplayer-Online Game.  Lucas Gillespiel hat nun ein WoW-in-Schools-Wiki ins Leben gerufen. In seinem Blog EduRealms beschreibt er, dass er ein Projekt für “at-risk youth” plant – in Dtl. dürften damit die so genannten bildungsfernen Jugendlichen gemeint sein.

Im Wiki befindet sich schon einiges an Material, etwa Ideen, wie Schulstoffe in der virtuellen Welt von WoW umgesetzt werden könnten: In Mathematik ließen sich etwa die Schadenswirkung verschiedener Waffen vergleichen oder in Deutsch Aufgaben (“Quests”) entwerfen.

Siehe auch: RezEd – the hub for learning in virtual worlds

(via Educational Games Research)

„Wir verstehen uns als Übersetzer“ – Über das Computerspiele Museum Berlin

Interview mit Andreas Lange, Leiter des Berliner Computerspiele Museums



16.000 Computerspiele sind bislang im Berliner Computerspiele Museum gesammelt worden. IGM fragt nach, wie man die Spiele sinnvoll ausstellt und welche Probleme bei ihrer Aufbewahrung auftreten.

IGM: Herr Lange, wie wird man als Religionswissenschaftler Leiter eines Computerspiele Museums?

Andreas Lange: Nicht über eine Gamer-Leidenschaft, sondern durch einen wissenschaftlichen Zugang. Ich habe 1993 nach einem Thema für meine Abschlussarbeit gesucht und bin auf die Idee gekommen, die Geschichten von Computerspielen als moderne Mythen zu behandeln. Das war sicherlich ungewöhnlich in den Religionswissenschaften, aber mein Professor war dafür offen. Über die Recherche für diese Arbeit habe ich Menschen in Berlin kennen gelernt, die 1994 dann die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) gegründet haben. Die brauchten relativ schnell Gutachter, die die Alterseinstufungen fällten. Zwei Jahre lang habe ich als unabhängiger Gutachter bei der USK gearbeitet. Vom damaligen Trägerverein der USK wurde ich gefragt, ob ich mir denn vorstellen könnte, ein Computerspiele Museum aufzubauen. 1996 habe ich dann damit begonnen, und 1997 haben wir eine ständige Ausstellung eröffnet.

Weiterlesen

Das heimliche Lernen

Wie Lernspiele funktionieren und warum Schulbuchverlage auf den Nintendo DS setzen

Aus IGM 05/09

Das Konzept des spielerischen Lernens ist so alt wie die Menschheit selbst. Und moderne Computerspiele haben mit Lernen an sich vielmehr gemein, als es den Anschein hat. Diese Erkenntnis macht sich auch bei deutschen Softwareentwicklern breit, die sich vermehrt auf den Nintendo DS als Lernplattform konzentrieren. IGM über „ernste Spiele“ „game-based-learning“ und Nintendos Pläne für die Grundschulen.

Weiterlesen

Moneytopia: Spiel die Krise

World Press Photo 2009 Winner

Die Investor Education Foundation (FINRA) hat ein Browsergame namens Moneytopia veröffentlicht, das einem den richtigen Umgang mit Geld nahebringen soll. “Buy it, save it, invest it” – so wird die Mission des recht aufwendig gestalteten Spiels zusammengefasst. Es geht etwa darum, die Buchführung und auch den Fonds, der dann mal das College für die Kids bezahlen soll, im Auge zu behalten und schließlich soll der “big dream” verwirklicht werden. FINRA beschreibt ihren eigenen Auftrag so: “Its mission is to provide investors with high-quality, easily accessible information and tools to better understand the markets and the basic principles of saving and investing” -  für die Besitzer des zwangsgeräumten Hauses, das auf dem oben abgebildeten Ausschnitt aus dem Gewinnerbeitrag des Weltpressefoto-Wettbewerbs zu sehen ist, kommt das Spiel wohl zu spät (via FMSG).

Unterrichts-Phun und ein ADHS-Mathe Spiel

2weisteinDer tolle freie Physik-Baukasten Phun liegt nun auch in einer kostenpflichtigen Version für Bildungszwecke vor: Algodoo versteht entgegen Phun auch die Touchscreen-Eingabe, etwa des Intel Classmate PC. Dazu finden sich Aufgabenstellungen für den Unterricht, hier einige Beispiele (pdf – in. Engl.) – via Future Making Serious Games.

Für das Erlernen von Mathematik eignet sich dagegen wohl das 3D-Lernabenteuerspiel 2weistein. Der Münchener Spielentwickler Brainmonster brachte es dieser Tage auf den Markt. In einer Fantasy-Umgebung soll spielerisch der Mathestoff für Grundschulkinder (2.-4. Klasse) vermittelt werden. Eine Extraversion (statt 39 Euro kostet sie 99 Euro) wurde zusammen mit dem ADHS-Zentrums München entwickelt und enhält 18 Extra-Level, die sich gezielt an Kinder richten, die als “hyperaktiv” diagnostiziert wurden – also eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ihr Eigen nennen. (Auf der Spielwebsite findet sich eine Demo für PC&Mac) – via Cyberwizard.

Dead Ends: Jugendgewalt als 3D-Spiel

Dead_Ends

Der britische Fernsehsenders Channel 4 hat im Rahmen seiner Serie “Disarming Britain” ein 3D-Spiel über Jugendgewalt namens “Dead Ends” produzieren lassen. Das kostenlos herunterladbare Spiel für den PC versetzt den Spieler einmal in die Rolle eines frisch rekrutieren Gang-Mitglieds, aber auch in die Rolle eines Polizisten, der ein Mord in dem Gang-Milieu aufklären soll.

Entwickelt wurde das Spiel von Rolling Sounds. Dieses Projekt – ein “multimedia education provider” – bietet diverse medienpädagogische Kurse und Services an, die sich an Jugendliche selbst als auch Pädagogen wendet. Im Falle des Spiels Dead Ends waren auch Jugendliche an dem Entwicklungsprozess beteiligt; benutzt wurde die zusammen mit Peanutbutterfingers entwickelte Zen 3D-Engine.

(via The Guardian)

Eltern-LAN/ Einführung Game-based-learning/ Conflict: Latin America

Drei kurze Hinweise: Auf den Seiten der Kollegen von spielbar.de findet sich ein “Handout Eltern-LAN“, das die Grundlagen der Netzwerk-Spielekultur für den Computerspiel-Laien aufbereitet.

Bei teachernews.de findet sich eine Einführung in das Thema “game-based-learning” in rund 5.000 Zeichen, die freundlicherweise auch auf dieses Blog verweist (Dank für den Hinweis an Cyberwizard).

Unlängst ist ein zweites Lern-Adventuregame aus der Reihe “Global Conflict” erschienen (mehr zum ersten Teil “Palestine” hier und hier). Statt nach Nahost geht es diesmal – wieder als Journalistin/Journalist – nach Lateinamerika. Das Spiel ist auch in deutscher Sprache spielbar (Windows und Mac OS); es findet sich eine Demo auf der Spiel-Website.

Schottland: Hirnmassage und Unterwasser-Unterricht

In diesem Frühjahr sorgte eine Kurz-Studie über den Einsatz von dem Nintendo-DS Spiel “Brain Training” (in Dtl.: Gehirn-Joggin, siehe Wikipedia) im Matheunterricht für Aufsehen; im Herbst wurden dann erste Ergebnisse einer umfassenderen Studie veröffentlicht – die offenbar positiven Auswirkungen des Einsatz des Spiels zeigten, aber auch verdeutlichten, dass noch viele Fragen offen sind.

Die staatliche geförderte Einrichtung LTS (Learning and Teaching in Scotland) begleitet ihre Arbeit im Bereich game-based-learning in dem Blog “Consolarium”. Über einen Besuch in einer Unterstufenklasse berichtet dort jetzt ein Mitarbeiter:  Mit Hilfe des Hausmeisters war der Klassenraum in eine Unterwasserwelt inkl. Schiffswrack umgewandelt worden. Die Schüler gestalteten Schatzkarten, dokumentierten ihre Tauchgänge im Wii-Spiel Endless Ocean und recherchierten im Internet über die Fische, die ihnen dort begegnet waren. Auch nutzte die Lehrerin das Spiel, um das  Thema “Auftrieb” zu erläutern.