Archiv für die Kategorie 'Gesellschaft'

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Kulturstreit um Medienpädagogik: Kölner Aufruf gegen Computergewalt

Xbox Controller Army

Kurz vor Weihnachten 2008 wurde der “Kölner Aufruf gegen Computergewalt” veröffentlicht, der die dramatisch klingende Frage stellt: “Wie kommt der Krieg in die Köpfe – und in die Herzen?”

Zahlreiche WissenschaftlerInnen, offenbar aus dem Kreis der Friedensbewegung, haben diesen unterzeichnet; vorneweg Maria Mies, eine renommierte Soziologin, Feministin und Globalisierungskritikerin. Neben attac- und SPD-Mitgliedern findet sich auch der umstrittende Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen unter den ErstunterzeichnerInnen.

Der Aufruf hat für einige Resonanz (etwa hier) gesorgt, fällt er doch ein recht pauschales Urteil über Computerspiele und dazugehöriger Industrie im allgemeinen (Protest der Softwarefirma Computec) und er polemisiert gegen ein bestimmtes Lager der bundesdeutschen Medienpädagogen.

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Dead Ends: Jugendgewalt als 3D-Spiel

Dead_Ends

Der britische Fernsehsenders Channel 4 hat im Rahmen seiner Serie “Disarming Britain” ein 3D-Spiel über Jugendgewalt namens “Dead Ends” produzieren lassen. Das kostenlos herunterladbare Spiel für den PC versetzt den Spieler einmal in die Rolle eines frisch rekrutieren Gang-Mitglieds, aber auch in die Rolle eines Polizisten, der ein Mord in dem Gang-Milieu aufklären soll.

Entwickelt wurde das Spiel von Rolling Sounds. Dieses Projekt – ein “multimedia education provider” – bietet diverse medienpädagogische Kurse und Services an, die sich an Jugendliche selbst als auch Pädagogen wendet. Im Falle des Spiels Dead Ends waren auch Jugendliche an dem Entwicklungsprozess beteiligt; benutzt wurde die zusammen mit Peanutbutterfingers entwickelte Zen 3D-Engine.

(via The Guardian)

Neues von der Jugend und der Gewaltfrage

JIM-Studie/mpfs

Ende des Monats erscheint die jährliche JIM-Studie – (Jugend, Information, (Multi-) Media) – des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs). Erste Ergebnisse stehen bereits seit geraumer Zeit online – so haben laut der Studie mittlerweile mehr Jugendliche einen Computer als einen Fernseher. Hier gibt es beispielsweise ein Handout zur Bedeutung Sozialer Online-Netzwerke für Jugendliche (Teil der Sonderstudie JIM-plus). Weitere Vorträge der Tagung “Jugend und Medien” sind ebenfals online abrufbar.

Eine andere Tagung in München macht bereits im Vorfeld von sich Reden: “Computerspiele und Gewalt” ist der Titel der Veranstaltung Ende dieser Woche – die Auswahl der Referenten lässt zumindestens nach Sichtung der Abstracts nicht gerade auf eine differenzierte Herangehensweise an das Thema schließen.

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Nach dem Gerichtsfernsehen

Anfang des Monats fand die Games for Change (G4C) Konferenz in New York statt. Dort hielt die ehemalige Richterin am Supreme Court der USA, Sandra Day O’Connor, die Abschlussrede. Sie berichtete von ihr Arbeit als Spieleentwicklerin im Zusammenarbeit mit der Universität Wisconsin-Madison: Im Herbst soll die Website Our Courts fertig sein – ein “interactive, problem-based civic learning enviroment” lautet die Selbstbeschreibung (Video und Abstract hier). Die Seite richtet sich explizit an Jugendliche, damit diese sich spielerisch dem Thema Iudikative nähern können. Von den drei Gewalten sei die Gerichtsbarkeit am wenigsten bekannt, hieß es auf der Konferenz.

Das Projekt setzt sich aus drei Teilen zusammen:

  • eher klassische Informationen über das legislative System und Unterrichtsmaterialien;
  • eine Simulation von teilweise echten Fällen,  über die ein Urteil zu treffen ist;
  • und schließlich soll das Ganze in eine 3D-Umgebung eingebettet werden.

Als Alternative böte sich die mittlerweilige vierteilige und erfolgreiche Gerichtssimulation Phoenix Wright von Nintendo an.

(via Gamasutra)

Minsterium für Computerspiele

bundesa_game1.gifEin Bundesamt oder gar Ministerium für Computerspiele wird es wohl so schnell nicht geben. Doch wenigstens einen “Deutschen Computerspielpreis” soll nach dem Willen der Koalitionsparteien ausgelobt werden. Ende Januar 2008 stimmten sie im Kultur- und Medienausschuss des Bundestags ihrem eigenen Antrag zu, demnach die Bundesregierung einen Preis für Computerspiele auschreiben soll. Das Ganze geht zurück auf “Überlegungen zur Förderung von qualitativ hochwertigen interaktiven Unterhaltungsmedien wie Computer- und Videospiele” (BT-Drucksache 16/7081).

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Rise of the Videogame

Derzeit läuft im US-Discovery Channel eine interessante fünfteilige Serie namens “Rise of the Videogame“. Wer sie sich anschauen möchte, kann sich auf den einschlägigen Bittorent-Verzeichnissen danach umschauen – hier ein Ausschnitt:

Die Serie versucht, ein sowohl historischen als auch analytischen Blick auf Bildschirmspiele zu werfen- im Vergleich zu der oft sehr einseitigen hiesigen TV-Berichterstattung über das Medium sind diese Sendungen auf Discovery Channel wohltuend differenziert (wenn auch etwas hektisch arrangiert). Diverse Spieleentwickler der ersten Stunde bzw. von bedeutenden Spielen (Pong, Doom, SimCity usw.) kommen zu Wort sowie einige Buchautoren, die ihre Analysen zum Besten geben.

Im dritten Teil, der sich dem Zusammenhang von Egoshootern und dem Militär widmet, wird ein schwedisches Peacekeeping Spiel (Foreign Ground) erwähnt; die Therapie von Post-Traumatic-Stress-Disorder, etwa von Soldaten, per virtueller Szenarien beschrieben. Weiter wird kurz auf die Initiative “Games for a Change” hingewiesen sowie das Israel-Palästina-Spiel Peacekeeper vorgestellt (siehe obigen Ausschnitt).

Asymetrisch: Militärische virtuelle Welten

mil1.jpgEs ist kein Geheimnis, dass kriegerische Zwecke Hauptantriebsfeder technologischer Innovation waren und sind. So wundert es nicht, dass die US-Army seit 2002 das Rekruitierungsspiel America´s Army zum kostenlos Download anbietet. Damit übernahm sie eine Vorreiterrolle im Bereich Serious Games, aber auch dem Educational Gaming – dient America´s Army doch auch dazu, Grundzüge der militärischen Gehorsams- und Befehlskultur zu vermitteln: “We still look at the America’s Army brand as a way to educate the public on the Army and its values and opportunities”, sagte einer der Projektverwantwortlichen in einem Interview.

Die US-Navy ist jetzt laut der Washington Times auf der Suche nach einem Entwickler, der ihr eine PC-basiertes interaktive Simulation liefert, mit dem sich menschliches Kultur- und Sozialverhalten darstellen lässt.

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Nachhaltiges Spiel: Sim City Societies

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Wie ernst kann man einen Ölkonzern wie BP – einst British Petrol, jetzt “Beyond Petroleum” – nehmen, der sich gern mit einem ökologisches Image schmückt? Der fünfte Titel in der Sim City Reihe namens Sim City Societies entsteht jedenfalls in einer Kooperation von Electronic Arts und eben BP – so sollen die Spieler etwas über CO² Reduktion und alternative Energien lernen. Entgegen seiner Vorgänger wird Sim City 5, das im November erscheinen soll (PC, XBox 360), anscheinend seinen Schwerpunkt auf die Ausgestaltung der Gesellschaften in den simulierten Städten legen – von einem Überwachungsstaat bis zu einem “grünen” und nachhaltigen Utopie soll alles drin sein (via Joystiq).

Hier noch ein Vorschlag von Studierenden an der Uni Bremen für eine Unterrichtseinheit mit Sim City 3000.

Gewaltdebatte: Maschinengewehr Gottes

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Das Männer Gottes mit Gewalt eigentlich keine Probleme haben – siehe das Segnen von Bomben oder das “Maschinengewehr Gottes, Billy Graham – bestätigt sich erneut: Ein evangelischer Pfarrer erklärt in seinem Buch “Schluss mit dem Gewalt-Tabu” (Eichborn) wie Eltern auf ihre Kinder einwirken können, sperrt sich gegen generelle Verbote von gewaltsamen Computerspielen und weist auf den Unterschied zwischen zerstörischer Agression und spielerischer Gewalt hin (via Golem).

Eine etwas andere Haltung legten US-Army Veteranen an den Tag: Sie protestierten unlängst mit dem Slogan “War is not a game” gegen das Rekrutierungsspiel des US-Militärs “America´s Army” (via GamePolitics).

Killerspiel-Debatte/ Artikel GC

headline_dossier_62.jpgDie Bundeszentrale für politische Bildung hat eine Dossier zum Thema “Killerspiele” unter dem Titel “Vebotene Spiele?” gestartet.

Unter anderem zu dem Thema, aber auch dem Aspekt Computerspiele und Schule auf der Games Convention, hat der Autor einen Beitrag auf Telepolis veröffentlicht:
Das missverstandene Medium.