Im Beitrag über Rise of the Videogame wurde bereits über die Behandlung von Posttraumatischen Störungen mittels Bildschirmspiele berichtet. Jetzt kommt aus Zürich ein Buch über “Serious Game Design für die Psychotherapie“. Es widmet sich in zwölf Beiträgen der möglichen Nutzung in der Behandlung von Jugendlichen und Kindern. Neben theoretischen Erörterungen werden auch vier Entwürfe von geeigneten Spielen präsentiert. Entstanden ist es aus der Zusammenarbeit von dem Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Zürich und dem Studienprogramm Game Design der Vertiefung Interaction Design (IAD) an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) (via spielkultur.net).
Archiv der Kategorie: Forschung
Forschungsprojekt “Didaktische Szenarien”
An der österreicherischen Universität Krems startete das einjährige Forschungsprojekt “Didaktische Szenarien des Digital Game Based Learning”. Um auf die “zunehmende Kluft zwischen schulischer und medialer Lebensumwelt” von Jugendlichen zu reagieren, untersucht der Fachbereich Applied Computer Games Studies im Auftrag des Bundesministeriums Bildung, Kunst und Kultur das Potenzial gängiger Spiele wie Civilization IV für den Einsatz im Unterricht (via histucation).
In diesem Zusammenhang sei noch auf Gamestudies.at verwiesen, das “Weblog zur Wiener Computerspielforschung”.
Forschung in Deutschland II
Im Gegensatz zum ersten Teil dieser Serie kann diesmal auf die Arbeit anderer zurückgegriffen werden. Niemand geringer als der größte Spielehersteller der Welt, Electronic Arts, hat seine deutsche Sparte einen Wissenschaftsatlas zusammentragen lassen (Alle genannten Materialien finden sich bei EA über den Link “Presse” – rechts oben auf der Startseite – und dann im linken Seitenmenü unter “Forschung”).
Im Atlas werden “Experten” im deutschsprachigen Raum mit ihren jeweiligen Schwerpunkten, Tätigkeiten sowie Kontaktdaten aufgelisten – ergänzt dazu findet sich ab Seite 44 im EA-Magazin 03/07 ein Beitrag.
Es braucht wohl keine Erklärung, warum EA Interesse an der Spieleforschung hat – bislang jedenfalls wurden im Auftrag des Herstellers fünf Studien angefertig. Schließlich wird als Service auch noch ein Überblick über den Stand der Wirkungsforschung geliefert (alles online als pdf oder doc verfügbar).
(via game_research)
Call for Papers: The Pisa Quest
Auf den GameDay2007 Ende Mai soll es u.a. folgenden Workshop geben: „The PISA Quest – Besser lernen von und mit Games?“. Der Veranstalter, das Zentrum für graphische Datenverarbeitung (ZGDV), kooperiert dafür mit dem Forschungsschwerpunkt und Graduiertenkolleg e-Learning der TU Darmstadt. Es folgt der “Call for Papers” zu der Veranstaltung, Einsendeschluss ist Mitte April:
Augen! Spielt mehr Computer
Die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit verändert (verbessert?) sich durch das Spielen actionlastiger Video- und Computerspiele. Das hat jüngst Joystiq berichtet und auf eine Untersuchung am Institut für Hirnforschung an der Universität von Rochester, Bundestaat New York, verwiesen. Es wurden die Schnelligkeit von Wahrnehmung an zwei Testgruppen untersucht. Die eine spielte Tetris, die andere Unreal Tournament.
Wenn es unterwegs kritisch wird
Vor einiger Zeit schon hat das EdufutureBlog über das Forschungsprojekt mGBL – “mobile Game-Based Learning: Perspektiven und Verwendung im Zusammenhang mit Lernen und Berufsberatung” berichtet. In einem Beitrag auf elearningeuropa.info (Initiative der Europäischen Kommission) wird in staubtrockner Beamtensprache das Vorhaben erläutert: “Die Projektidee basiert auf der Tatsache, dass mobile Geräte immer weiter verbreitet sind und besonders Mobiltelefone das repräsentieren, was junge Erwachsene unterschiedlicher Bildungsstufen und ‘Kulturniveaus’ gemeinsam haben.
Chinesisch lernen in 3000 Stunden
Auf Terranova zeigt sich Lisa Galarneau angesichts der Nachricht auf Joystiq skeptisch, dass ein neues Multiplayer Online Game zum Mandarin (Hochchinesisch) lernen dienlich sein kann. An der Michigan State University wird derzeit eine Plattform namens “Zon – the new Chengo Chinese” entwickelt, in das laut einem Konzeptpapier (doc) ein Sprachlernpensum von rund 3.000 Stunden gepackt werden soll. Garlarneu hält es für sinnvoller, bestehende MMO zum trainieren von “Soft Skills” etc. zu nutzen, als ständig weitere Lernspiele auf den Markt zu werfen. Genauer kann man ihre Ansichten in dem Buchbeitrag “Learning for 21st Century Skills” (12MB pdf) nachvollziehen, den sie mit einer Kollegin zusammen geschrieben hat.
Fit für den globalen Wettbewerb
Joystiq und heise berichten über das jüngst erschiene Buch von David Williamson Shaffer “How Computer Games help Children learn”. Der Professor an der Universität von Wisconsin meint, dass sich durch Computerspiele unkonventionelle Lehrmethoden für die “digital age of global competition” umsetzen lassen. Er ist Mitglied der Epimistic Game Group. Auf deren Website finden sich weitere Schriften von Shaffer zum Thema.
Multiply Choice Egoshooter
Seit einiger Zeit schon wird an der Purdue University in Indiana im Chemie-Studium die Engine eines First-Person-Shooters genutzt. Basierend auf Unreal Tournament 2004 läuft der Spieler durch ein Labyrinth und kann sein Fachwissen überprüfen.
Schaffe, schaffe, Häusle baue
Die interessante Website Spielarchitektur liefert auch einige Informationen zum Einsatz von Computerspielen in Sachen Vermittlung von Architekturkenntnissen, siehe hier. Auch werden Spiele für (stadt-)planerische Zwecke genutzt. Schließlich findet sich auch noch eine Kurzfassung der Masterarbeit der Site-Autorin Dörte Küttler, die auf Anfrage auch die komplette Fassung zusendet.