Monatsarchiv für März, 2009

“Bildung hacken” und Educamp

Vor einigen Wochen fand in New York eine Art Konferenz unter dem Label “Hacking Education” statt, die innerhalb der eLearning Szene für einiges Aufsehen sorgte. Nach derem Vorbild und mit der gleichen Ausgangsthese – dass nämlich das herrschende Bildungssystem grundsätzlich geändert gehört – soll nun auch in Deutschland im Herbst eine selbstorganisierte Veranstaltung “Die Bildung hacken” stattfinden.

Ausgangsfragen sind:

  • Was entsteht in dem neuen wilden offenen Raum außerhalb der alten Bildungsburgen?
  • Welche neuen Praktiken, welche neuen Möglichkeiten öffnen sich dort für soziales Lernen und vernetztes Wissen?
  • Wie können wir neuartige Bildungs-Erfahrungen mit Hilfe von Software und Web-Technologien herstellen?

Bereits im April findet das dritte EduCamp statt, diesmal wieder in Ilmenau. Im Stile eines BarCamp (oder Un-Konferenz) versammeln sich dort nach nach eigenen Angaben”Knowledge-Worker, Wissenschaftler, Lehrende, Entscheider, Agenturen und Studierende, die sich mit innovativen Formen, Formaten, Technologien, Strategien etc. des mediengestützten Lernens auseinandersetzen.”

Game-based-learning in 6 Minuten erklärt

Das Gameblog des Guardian hat auf dem SxSW interactive Festival MIT-Professor Henry Jenkins zu game-based-learning interviewt. Der Forscher beschäftigt sich seit langem mit der Thematik; so hat er beispielsweise die Education Arcade mitbegründet, eine der ersten universitäten Einrichtungen überhaupt, die sich mit Lernpotentialen von Computerspielen beschäftigt (via edufuture-tweet)

Licht ins Dunkle

Was die Bild-Zeitung in eine Schlagzeile zusammenfasst, darf das Hans-Bredow-Institut nun bis nächstes Jahr untersuchen. In einem Forschungsprojekt mit dem sperrigen Titel “Kompetenzerwerb, exzessive Nutzung und Abhängigkeitsverhalten bei Computerspielen” wird nun hoffentlich etwas mehr empirisches Licht in das Dunkle gebracht, das die Frage umgibt, wie Spiele sinnvoll zum Lernen genutzt werden können (via Katharina Weise).

Verbietet die Schützenvereine

Nach dem Amoklauf in Winnenden wurde erneut die Forderung nach einem “Killerspieleverbot” laut. Über das Verbot des “Sportschießens”, Biathlon und von “Schützenvereinen”, die de facto für eine paramilitärische Ausbildung stehen, spricht niemand.

Der Sprecher des Branchenverband BIU (Bund der Interatkiven Unterhaltungsindustrie), Olaf Wolters, hatte noch wenige Tage zuvor in einem Interview in einem Branchenmagazin gesagt: “Innerhalb von drei Stunden können wir zu praktisch jedem Thema eine abgestimmte Kommunikation auf die Beine stellen.” (Krisenreaktion- Sind BIU und G.A.M.E. auf das nächste Emsdetten vorbereitet?)

Letztlich kam dann von BIU erst heute, zwei Tage später, eine Stellungnahme.

Erstaunlicherweise war es Springers Welt-Online, dass gestern den Kommentar brachte: “Ein Verbot von brutalen Videospielen ist sinnlos“.